Wir brauchen eine neue Lernkultur – jetzt!

Veröffentlicht am 22. Februar 2025 um 13:37

 

Als Sozialarbeiterin habe ich durch Projekt- und Präventionsarbeiten viele Schulen erlebt. Und immer wieder fragte ich mich: Ist Schule wirklich für die Schüler*innen da oder dient sie nur einem veralteten System?

Tagtäglich sehe ich in der Stadt und im Bus müde, demotivierte Gesichter. Wo bleibt die Begeisterung fürs Lernen? Wo sind die leuchtenden Augen? Stattdessen höre ich im Hintergrund Sätze heraus wie: "Ich bin nicht gut genug." oder "Ich muss perfekt sein."
Kein Wunder, dass immer mehr junge Menschen unter psychischen Belastungen leiden.

Doch das muss nicht so bleiben. Wir können Schule anders denken!

Schule im Wandel – Warum wir dringend neue Strukturen brauchen

Die Welt hat sich verändert – und mit ihr die Anforderungen an die Menschen. In der Arbeitswelt ist New Work das große Thema, der Klimawandel zwingt uns zum Umdenken, und immer mehr junge Menschen stehen vor einer Zukunft, für die sie sich nicht bereit fühlen. Doch unser Schulsystem hält an alten Strukturen fest.

Dabei sollten wir uns eine zentrale Frage stellen:

Was braucht der Erwachsene der Zukunft, um die Welt positiv zu gestalten?

Wenn wir uns an dieser Frage orientieren, wird klar: Schule muss mehr sein als ein Ort des starren Paukens.

 


 

Welche Schule brauchen wir?

Mehr Eigenverantwortung – Kinder müssen lernen, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Nicht nur in Gruppenarbeiten mit vorgegebenen Themen, sondern durch echte Mitbestimmung im Schulalltag.

Mehr Herzensbildung – Wenn wir wollen, dass Menschen empathisch und reflektiert handeln, muss Schule nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz bilden.

Mehr Praxisbezug – Wer mehr Handwerker*innen will, muss Möglichkeiten schaffen, sich kreativ und handwerklich auszuprobieren.

Immer begleitet von der Frage: Brennst du dafür? Ist das dein Weg?

 


 

Es geht nicht um Verweichlichung – es geht um Zukunftsfähigkeit!

Große Ziele zu erreichen, bedeutet Durchhaltevermögen, Mut und Kraft. Doch statt Druck und Angst brauchen Kinder eine Lernkultur, die sie stärkt.

Eine positive Fehlerkultur, in der Lernen nicht mit Angst verknüpft ist.

Ein flexibles Curriculum, das Raum für individuelle Talente lässt.

Mehr Mitspracherecht für Kinder und Jugendliche.

 


 

Was wir jetzt tun können

Veränderung beginnt im Kleinen. Und es gibt bereits Lehrer*innen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Doch sie brauchen Unterstützung.

Mehr Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen.

Mehr ressourcenaktivierende Projekte, die Kinder und Lehrkräfte stärken.

Mehr Teambuilding, Herzensbildung und Coaching in Schulen – auch unter Lehrkräften.

Mehr Offenheit für alternative Bildungswege, die nicht nur an Noten, sondern an individuellen Stärken ausgerichtet sind.

 

Und:

Es braucht Eltern, die nicht nur über das System klagen, sondern sich aktiv einbringen.

Es braucht Lehrkräfte, die sich trauen, neue Wege zu gehen.

Es braucht Geduld – denn Wandel geschieht nicht über Nacht.

 


 

Der erste Schritt zählt!

Der Weg zu einer besseren Schule beginnt nicht mit einem Rückschritt, sondern mit dem ersten mutigen Schritt nach vorn. Lasst uns gemeinsam eine Schule schaffen, die Kinder auf das echte Leben vorbereitet – mit Begeisterung, Selbstvertrauen und echtem Lernen!

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